Hospiz- und Palliativversorgung in Niedersachsen
Anfrage der Abgeordneten Heike Koehler (CDU) an die Landesregierung, eingegangen am 05.03.2026
Palliativversorgung zielt darauf, die Lebensqualität von Menschen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen sowie ihrer Angehörigen zu verbessern und Leiden durch frühzeitige, sorgfältige Behandlung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen zu lindern. https://www.malteser.de/palliativversorgung.html
Mit dem Hospiz- und Palliativgesetz des Bundes wurde zudem der Anspruch bekräftigt, die Hospiz und Palliativversorgung flächendeckend zu stärken und strukturell weiterzuentwickeln.
Für ein Flächenland wie Niedersachsen sind dabei nach Einschätzung von Experten insbesondere die regionale Verfügbarkeit und Erreichbarkeit sowie die Kapazitäten (u. a. Betten/Plätze) und Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung entscheidend.
1. Wie bewertet die Landesregierung den aktuellen Stand und die Versorgungslage der Hospize und Palliativstationen in Niedersachsen insgesamt (ambulant und stationär)
2. Welche Daten und Indikatoren nutzt die Landesregierung zur Bewertung der Versorgungslage (z. B. Betten-/Platzkapazitäten, Anzahl Dienste/Teams, Erreichbarkeit, Auslastung, Wartezeiten)?
3. Wie stellt sich aktuell die Versorgungsstruktur nach Landkreisen und kreisfreien Städten dar (bitte systematisch darstellen, mit Angaben zu:
– Anzahl Spezialisierter ambulanter Palliativversorgungsteams [SAPV-Teams] und Versorgungsgebiet,
– ambulante Hospizdienste,
– stationären Hospizplätzen,
– Palliativstationen [Betten],
– spezialisierten Angeboten für Kinder und Jugendliche)?
4. In welchen Regionen sieht die Landesregierung gegebenenfalls Unter- oder Überversorgung, und anhand welcher Kriterien/Schwellenwerte erfolgt diese Bewertung?
5. Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung gegebenenfalls zur Erreichbarkeit/Verfügbarkeit palliativmedizinischer Angebote vor (z. B. Fahrtzeiten, 24/7-Rufbereitschaften, Nacht-/ Wochenendversorgung), insbesondere in ländlichen Räumen?
6. Wie viele SAPV-Teams sind aktuell in Niedersachsen tätig, wie verteilen sie sich regional, und welche Versorgungsgebiete decken sie ab?
7. Wie stellt sich die Inanspruchnahme und Verfügbarkeit der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) dar (z. B. Kapazitätsgrenzen, Wartezeiten, Ablehnungen/Nichtannahmen von Versorgungsanfragen)?
8. Welche Probleme sind der Landesregierung gegebenenfalls im Zusammenhang mit SAPV-Verträgen, -Vergütung oder -Kapazitäten bekannt, insbesondere in einzelnen Regionen?
9. Wie bewertet die Landesregierung die Zusammenarbeit/Schnittstellen zwischen SAPV, Hausärztinnen/Hausärzten, Pflegediensten, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Hospizdiensten, und welche Verbesserungen sind gegebenenfalls geplant?
10. Wie viele Palliativstationen gibt es in Niedersachsen, wie viele Betten stehen dort jeweils zur Verfügung, und wie hat sich die Bettenzahl in den letzten fünf Jahren entwickelt (bitte regional aufschlüsseln)?
11. Wie viele stationäre Hospize für Erwachsene gibt es in Niedersachsen, wie viele Plätze stehen jeweils zur Verfügung, und wie hat sich die Platzanzahl in den letzten fünf Jahren entwickelt (bitte regional aufschlüsseln)?
12. Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung zur Auslastung von Palliativstationen und stationären Hospizen sowie zu Wartezeiten auf Betten/Plätze vor (bitte regional, soweit möglich, aufschlüsseln)?
13. Wie stellt sich die Versorgung im Bereich der Kinder- und Jugendhospizarbeit sowie der Kinderund Jugendpalliativversorgung dar (ambulant/stationär, inkl. Plätze/Betten, regionaler Vergleich)?
14. Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung zum Personalbedarf in der Hospiz- und Palliativversorgung vor (ärztlich, pflegerisch, psychosozial; bitte nach Versorgungsbereich differenziert angeben)?
15. Welche Maßnahmen ergreift oder plant die Landesregierung gegebenenfalls zur Fachkräftesicherung (z. B. Aus-, Fort- und Weiterbildung, Gewinnung/Bindung, Entlastungsstrukturen)?
16. Welche Rolle spielen Qualitätsanforderungen, Vernetzungs- und Kooperationsstrukturen (z. B. regionale Netzwerke, Konsiliardienste) wie unterstützt die Landesregierung gegebenenfalls deren Ausbau?
17. Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung gegebenenfalls zur palliativmedizinischen Versorgung in Pflegeeinrichtungen (z. B. Kooperationen, palliative Fallbesprechungen, Notfall-/Krankenhauseinweisungen) vor?
18. Welche konkreten Ziele verfolgt die Landesregierung gegebenenfalls zur Weiterentwicklung einer flächendeckenden Hospiz- und Palliativversorgung, insbesondere zur Reduzierung regionaler Unterschiede (inkl. Zeitplan/Meilensteine)?
19. Wie plant die Landesregierung, die Transparenz über Versorgungsangebote, Betten-/Platzkapazitäten, Wartezeiten und regionale Unterschiede künftig zu verbessern (z. B. regelmäßiger Versorgungsbericht, regionaler Versorgungsatlas, standardisierte Tabellenübersichten)?
Die Kleine Anfrage finden Sie auch im NILAS (Niedersächsische Landtagsdokumentationssystem).